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Das Wichtigste in Kürze. Unsere Analyse zeigt, dass es realistische Betriebsszenarien gibt, mit denen sich die Sportbahnen für eine Übergangszeit kostendeckend oder nahezu kostendeckend (auf Stufe EBITDA) betreiben lassen. Die Überprüfung des Businessplans ist noch nicht abgeschlossen, einige Punkte zeichnen sich aber bereits klar ab. Ohne GUB I im Winter ist kein Szenario tragfähig, ohne Gumenbahn fehlt ein wesentlicher Teil des Sommerertrags, und der Winter bleibt entscheidend. Zudem genügt ein positiver EBITDA allein nicht, weil auch Sanierungen und Ersatzinvestitionen finanziert werden müssen.
Die Übergangszeit wollen wir nutzen, um Braunwald gemeinsam und gezielt strategisch weiterzuentwickeln. Als Nächstes suchen wir das Gespräch mit Hauptaktionär Richi Bolt. Mit diesem Dokument informieren wir euch transparent über den Stand, damit wir bereit sind, wenn es darum geht, die Neuaufstellung voranzutreiben und mitzufinanzieren.
Was wir seit der GV gemacht haben
Wir haben die vier Wochen seit der GV genutzt, um zahlreiche Gespräche mit Fachleuten aus Tourismus, Seilbahntechnik, Betriebsorganisation, Gastronomie, Politik und Finanzen zu führen und viele Daten zusammenzutragen. Die Sportbahnen haben uns in Kooperation mit der Braunwald-Standseilbahn AG Zugang zu den SkiData gewährt, wofür wir herzlich danken. Damit konnten wir das Gästeverhalten genau analysieren und Schlüsse für ein künftiges Setup der Sportbahnen Braunwald AG ziehen. Ziel ist ein Betrieb auf soliden finanziellen Füssen, damit die Sportbahnen auch in Zukunft ihre Rolle als Pulsader von Braunwald wahrnehmen können.
Daraus ist ein Modell der Sportbahnen Braunwald AG entstanden, mit dem wir rasch verschiedene Szenarien zu Personalbedarf, Gästeaufkommen, Unterhaltskosten und vor allem Profitabilität durchrechnen können.
Was uns bei der Arbeit aufgefallen ist
In der öffentlichen Diskussion wurden die Verluste der letzten Jahre vor allem mit dem Klimawandel und schneearmen Wintern erklärt. Dass schneearme Winter zunehmen, ist unbestritten, und der letzte Winter war ein deutliches Beispiel dafür. Die Daten zeigen aber ein differenzierteres Bild.
1. Der Verkehrsertrag war erstaunlich stabil, die Kosten waren es nicht
Seit dem Geschäftsjahr 2022/23 bewegte sich der gesamte Verkehrsertrag stabil in einer engen Bandbreite von CHF 1.71 bis 1.96 Mio. Selbst im sehr schneearmen Winter 2025/26 lag er mit CHF 1.88 Mio. auf dem Niveau der beiden Vorjahre, weil der Sommer stark zulegte. Deutlich stärker schwankte im selben Zeitraum der Gastronomieertrag, der zwischen CHF 0.45 und 1.31 Mio. lag. Die grösste Veränderung zeigt sich auf der Kostenseite: Der Personalaufwand lag bis 2022/23 stabil bei rund CHF 1.6 Mio. und stieg 2023/24 auf CHF 2.8 Mio. Er wurde seither wieder gesenkt, lag 2025/26 mit CHF 2.26 Mio. aber noch immer rund 40 % über dem früheren Niveau. Diese Entwicklung lässt sich in den Geschäftsberichten der Sportbahnen gut nachvollziehen.
2. Der Sommer wächst, der Winter bleibt aber entscheidend
Der Sommer wird in Zukunft deutlich an Umsatz gewinnen (auch wenn die Auswertung der SkiData das nur bedingt zeigt), und es ist unbestritten eine zentrale Aufgabe, Braunwald konsequent auf einen Ganzjahrestourismus auszurichten. Trotzdem entfielen bei den Anlagen der Sportbahnen in den letzten vier Geschäftsjahren 70 bis 83 % der Anlagenbesuche auf den Winter, und zwar auch in sehr schneearmen Wintern. Laut den Touristikern, mit denen wir gesprochen haben, ist das ein typisches Bild. Ein abrupter Verzicht auf den Winterbetrieb führt deshalb zu einem deutlichen Umsatzverlust, solange es keine ähnlich skalierbaren Gästetreiber gibt, wie es der Skitourismus über Jahrzehnte war. Die Grafik unten zeigt aber auch, dass die Winterfrequenzen sehr stark von der Natur abhängig sind. In den Businessplänen ist deshalb zu berücksichtigen, dass die Fixkosten im Winter möglichst gering sind.
Erste skalierbare Sommerangebote gibt es bereits. Der Klettersteig hat in diesem Sommer an die 6’000 bis 7’000 Gäste angezogen, und aus anderen Destinationen weiss man, dass Mountainbike-Trails ähnliches Potenzial haben. Bis solche Angebote aufgebaut sind, halten wir es für zu riskant, den Skibetrieb vollständig und abrupt einzustellen.
Der Klettersteig als bisher erfolgreichstes dieser Angebote hängt allerdings an der Gumenbahn. Ohne sie fallen der Klettersteig und ein wesentlicher Teil des Sommer-Verkehrsertrags weg, und dazu kommt der Gastronomieumsatz auf dem Gumen. Damit fehlt die Grundlage für eine ganzjährige touristische Entwicklung. Der Sommer kann den Winter zwar nicht ersetzen, ohne Gumen lässt er sich aber auch nicht weiter aufbauen.
3. Ohne GUB I im Winter ist kein Szenario tragfähig
Ohne den Betrieb der GUB I im Winter sind alle von uns untersuchten Betriebsszenarien defizitär. Die GUB I ist deshalb keine isolierte Bahnfrage, sondern eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb der gesamten touristischen Infrastruktur Braunwalds.
Braunwald wird überdurchschnittlich stark von Mehrtagesgästen besucht (z. B. deutlich mehr Logiernächte als Elm). Trotzdem sind Tagesgäste für rund 30 % der Frequenzen verantwortlich, was für Braunwald ein wichtiger Anteil ist. Einzelne Tourismusexperten halten aufgrund der Nähe zu Zürich sogar einen Anteil von bis zu 75 % für erreichbar. Voraussetzung dafür ist eine komfortable Erschliessung für Tagesgäste, die allerdings nicht allein in der Hand von Braunwald liegt.
Worauf unser Modell beruht
- Die SkiData-Rohdaten haben wir systematisch ausgewertet. Daraus haben wir das Gästeaufkommen und dessen Verteilung über das Jahr modelliert.
- Wir haben detailliert berücksichtigt, welche Produkte wie Saisonabos, Tageskarten oder Einzelfahrten auf bestimmten Strecken zu welcher Jahreszeit verkauft wurden.
- Für die Gastronomie stützen wir uns vor allem auf einen sehr lesenswerten Bericht, den der ehemalige Braunwalder Hotelier und langjährige VR der Sportbahnen, Jacques Streiff, in den 1990er-Jahren verfasst hat.
- Für das Gästeaufkommen in den Szenarien haben wir modelliert, wie gut die relevanten Punkte im Gebiet wie Gastronomie, Seilpark oder Schlittelwege erreichbar sind.
- Zusätzlich eingeflossen sind Daten von Visit Glarnerland, die Jahresrechnungen der Sportbahnen, bisherige Strategie- und Budgetunterlagen, technische Unterlagen sowie Angaben weiterer Fachpersonen.
- Annahmen haben wir wo immer möglich mit den Umfrageresultaten oder in Expertengesprächen validiert, beispielsweise die Bedeutung der GUB I für bestimmte Gästegruppen. Seilbahnexperten haben uns erklärt, wie hoch der Unterhalt von Schweizer BAV-Anlagen ist (in Braunwald sind dies alle Anlagen ausser Mattwald) und wie er sich pro Anlage verlässlich abschätzen lässt.
- Das Modell wurde gegen mehrere Geschäftsjahre im Vollbetrieb validiert. Wir haben viel mit KI gearbeitet, einzelne Szenarien aber auch komplett manuell nachgerechnet und verglichen. Bisher haben fast zehn Fachpersonen aus Bahntechnik, Finanzen, Tourismus und Betrieb das Modell kritisch geprüft, und ihre Inputs sind eingeflossen. Das Review läuft noch, und wir danken allen herzlich, die sich daran beteiligen.
Unsere Szenarien beruhen damit auf den besten verfügbaren, evidenzbasierten Grundlagen.
Wie realistisch ist das Budget 2026/27 der Sportbahnen Braunwald AG?
Die Sportbahnen haben an der GV ein Budget mit einem EBITDA von CHF −112’000 vorgestellt, mit einem Verkehrsertrag von CHF 900’000 im Sommer und CHF 700’000 im Winter. Seit der GV wissen wir, dass sowohl im Sommer als auch im Winter nur noch die GUB II und die Seblenbahn (ohne Skibetrieb) betrieben werden sollen.
Nach unserem Modell ist ein Verkehrsertrag von insgesamt CHF 1.6 Mio. mit diesem Angebot zu ambitioniert. Zum Vergleich lag der Verkehrsertrag seit 2022/23 im Vollbetrieb zwischen CHF 1.71 und 1.96 Mio.
- Sommer. Mit Gumenbahn und Klettersteig wären CHF 900’000 realistisch gewesen. Mit der Stilllegung der Gumenbahn und dem darauf folgenden Entscheid des VTB (Verein Trendsport Braunwald), den Klettersteig unter diesen Umständen nicht weiter zu betreiben, fallen knapp CHF 200’000 Sommerertrag weg. Darin ist der wegfallende Gastroumsatz im Gumen noch nicht eingerechnet. Auch mit weiterbetriebenem Klettersteig wäre mit weniger Gästen zu rechnen gewesen, da der Zustieg über den Seblengrat rund 45 Minuten länger ist.
- Winter. Ohne Skibetrieb erreicht unser Modell in den rund 80 Betriebstagen (Ende Dezember bis Anfang März) deutlich weniger als CHF 300’000 Verkehrsertrag, sofern die Schlittelbahn ab Seblengrat nicht verfügbar ist. Die Abschätzung beruht auf rund 5’000 Schlittelnden zu je CHF 30, was etwa CHF 150’000 ergibt, sowie auf einem wohlwollend geschätzten Anteil Winterwandernder. Selbst CHF 300’000 sind damit ambitioniert. Wir rechnen trotzdem vereinfacht mit diesem Wert, also gut CHF 400’000 weniger als budgetiert. Zum Vergleich wurden im sehr schneearmen Winter 2025/26 mit Skibetrieb CHF 866’000 erzielt.
Insgesamt fehlen im vorgesehenen Konzept damit rund CHF 600’000 Verkehrsertrag gegenüber dem Budget. Der operative Verlust dürfte um einen ähnlichen Betrag höher ausfallen. Im Vergleich aller von uns gerechneten Szenarien schneidet dieses Konzept beim EBITDA am zweitschlechtesten ab.
Szenarien und Optionen, die wir tiefergehend prüfen
Wie oben gezeigt, lag die Hauptursache der Verluste nicht bei einem einbrechenden Verkehrsertrag, sondern beim deutlich gestiegenen Personalaufwand, dem kein entsprechender Mehrertrag gegenüberstand. Auffällig ist dabei der starke Anstieg an Monats- und Jahresverträgen beim Personal. Das passt schlecht zu einem Geschäft, das saisonal und wetterbedingt stark schwankt. In unserem Modell setzen wir Monats- oder Jahreslöhne deshalb nur dort ein, wo eine Stelle ganzjährig oder zumindest über die Saison ausgelastet ist. Zudem schlagen wir vor, wieder vermehrt auf lokale Arbeitskräfte zu setzen, was zusätzliche Flexibilität bei den Personalkosten bringt. Dieses Modell hat sich bei vielen Schweizer Bergbahnen bewährt.
Die folgenden Szenarien zeigen einen positiven oder nahezu positiven EBITDA. Wir wollen sie weiter validieren und stärken. Details geben wir deshalb erst bekannt, wenn alles finalisiert ist und die Modelle auch von künftigen Investorinnen und Investoren final geprüft und für gut befunden wurden.
- Szenario 1 umfasst die GUB I (nur Winter), die GUB II, die Gumenbahn und Mattwald (nur Winter).
- Szenario 2 umfasst die GUB I (nur Winter), die GUB II, die Seblenbahn und Mattwald (nur Winter).
- Szenario 3 umfasst die GUB I (nur Winter), die GUB II, die Gumenbahn (nur Sommer) sowie die Seblenbahn und Mattwald (nur Winter).
Es ist eine Kernhypothese unseres Modells, dass es im Winter mindestens eine Beförderung auf rund 2’000 m ü. M. auf den Gumen oder den Seblen braucht, damit das Angebot für Saisonkartenkäuferinnen und -käufer attraktiv bleibt. Die Gumenbahn ist die neuste Bahn im Gebiet und für den Sommer mit seinen Wanderungen und dem Klettersteig eine Attraktion und ein Muss. Im Winter ist gemäss SkiData der Seblen leicht beliebter. Szenario 2 ist zwar finanziell profitabel, aus den genannten Gründen aber nicht wirklich eine Option.
- Vollbetrieb inkl. Bächital. Unter den gegenwärtigen Annahmen zeigt der Vollbetrieb einen leichten Verlust auf Stufe EBITDA. Wir untersuchen aber weiter, was es bräuchte, um dieses Szenario betreiben zu können. Weitere Informationen dazu folgen in den nächsten Abschnitten.
Die Herausforderung des Zwei-Achsen-Betriebs
Eine besondere Herausforderung der Sportbahnen Braunwald ist der Betrieb von zwei weitgehend parallelen Achsen. Die eine führt mit der Gumenbahn auf den Gumen, die andere mit der GUB II vom Hüttenberg zum Grotzenbüel. Beide Achsen verursachen Kosten für Unterhalt, Personal und Energie, erschliessen aber bis zu einem gewissen Grad dasselbe Gebiet. Diese Redundanz ist allerdings nicht vollständig. Im Winter ist die Schneesportschule Braunwald für den Transport von Skianfängerinnen und Skianfängern auf die Verbindung vom Hüttenberg zum Grotzenbüel angewiesen, weil der Zugang zum Grotzenbüel über den Gumen für sie nicht machbar ist. Zudem hängt der Schlittelbetrieb mit rund 5’000 Schlittlerinnen und Schlittlern an der GUB II. Aus diesen Gründen ist die GUB II bisher in allen unseren Szenarien enthalten. Wir wollen uns aber noch bewusster die Frage stellen, welche Massnahmen nötig wären, etwa für die Schneesportschule oder das Schlitteln, um allenfalls auf die GUB II verzichten zu können und im Winter stattdessen Gumen und Seblen zu betreiben.
Ein positiver EBITDA allein genügt nicht
Notwendige Sanierungen, Ersatzinvestitionen und mögliche Rückbaukosten haben wir bewusst separat nach dem EBITDA ausgewiesen. Sie belasten das operative Ergebnis zwar nicht direkt, sind für die langfristige Finanzierung aber entscheidend. So kann beispielsweise eine neue Bahnsteuerung nach rund 20 Jahren etwa eine Million Franken kosten. In den vorliegenden Jahresrechnungen sind dafür keine ausreichenden Rückstellungen oder finanziellen Reserven ersichtlich. Werden diese Kosten berücksichtigt, verbleiben nur wenige langfristig tragfähige Szenarien.
Und das Bächital?
Im Vordergrund stehen für uns reduzierte Szenarien, die langfristig aus eigener Kraft tragbar sind. Wir prüfen aber, ob das Bächital für eine verkürzte Zeit betrieben werden könnte, zum Beispiel ab Kalenderwoche 5 mit Beginn der Sportferien bis Saisonende. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei älteren Anlagen der Unterhalt auch dann anfällt, wenn sie keine einzige Betriebsstunde leisten. Andernfalls müssen sie zurückgebaut werden, oder man haftet bei Schadenereignissen.
Vollbetrieb und Preise
Wir prüfen zudem genauer, unter welchen Bedingungen ein Vollbetrieb für eine Übergangsphase möglich wäre. Damit liesse sich Zeit für die strategische Weiterentwicklung gewinnen, ohne bis dahin Anlagen stillzulegen. Bisher haben wir mit den heutigen Preisen gerechnet. Im Hinblick auf die langfristige Tragbarkeit prüfen wir auch, ob Preisanpassungen die Gesamtsituation verbessern könnten.
Welche Risiken wir sehen
Schneearme Winter nehmen zu. Winter wie 2022/23 sind keine Ausnahme mehr, und ihre Wahrscheinlichkeit steigt. In der Saison 2022/23 sank der Verkehrsertrag mit CHF 1.71 Mio. auf den tiefsten Stand der vergangenen neun Jahre. Dieses Risiko betrifft zwar alle Wintersportgebiete. Es zeigt aber deutlich, dass wir ein Betriebsmodell brauchen, das solche Winter verkraftet, und wie wichtig attraktive Winterangebote sind, die auch ohne Schnee funktionieren. Ideen dafür gibt es bereits.
Betrieb der GUB I. Eine komfortable und kapazitätsgerechte Erschliessung des Hüttenbergs für Tagesgäste im Winter ist zentral. Gemäss Landsgemeindebeschluss 2025 soll der Kanton die ÖV-Erschliessung bis zum Hüttenberg sicherstellen. Bis zum Inkrafttreten des ÖV-Konzepts entscheidet darüber der Regierungsrat, und ein Entscheid steht noch aus. Aus unserer Sicht ist der Winterbetrieb der GUB I auch für den Kanton eine attraktive Lösung. Er dürfte die günstigste kapazitätsgerechte Erschliessung des Hüttenbergs sein und stärkt zugleich die Frequenzen und Umsätze der Braunwaldbahn. Davon profitiert der gesamte öffentliche Verkehr nach Braunwald. Wir pflegen den Kontakt zu den relevanten Entscheidungsträgern, damit im Fall einer Neuaufstellung kurze Wege bestehen.
Kurzfristig weniger Gäste im kommenden Winter. Die anhaltend negative Berichterstattung hat einige treue Stammgäste bewogen, ihre Sportferien in diesem Jahr anderswo zu buchen. Viele Gäste dürften zudem nur noch kurzfristig buchen, wenn Wetter und Schnee stimmen. Dieser Nachfragerückgang ist im Modell noch nicht berücksichtigt, weshalb die Einnahmen speziell im kommenden Winter tiefer ausfallen könnten als im Businessplan angenommen (rund CHF 330’000 aufgrund wegfallender Mehrtageskarten). Wir gehen aber davon aus, dass diese Gäste mit einer Neuaufstellung zurückkehren.
Zeitnaher Erneuerungsbedarf, der über den Unterhalt hinausgeht. Bei einigen Bahnen ist innerhalb der nächsten vier Jahre mit einem signifikanten Erneuerungsbedarf zu rechnen, der über normale Unterhaltsarbeiten wie Klemmenrevisionen, Seilprüfungen oder Revisionen der Rollenbatterien hinausgeht.
- Gumenbahn. Die Klemmen der rund 70 Fahrzeuge scheinen das Ende ihrer Lebensdauer erreicht zu haben, da die Bahn wohl bereits nahezu 40’000 Betriebsstunden geleistet hat. Ein Ersatz der Klemmen ist nicht mit einer Revision zu vergleichen und dürfte innerhalb von höchstens vier Jahren zusätzlich rund CHF 700’000 kosten.
- Seblenbahn. Das Seil ist seit 1989 in Betrieb, und ein Ersatz scheint in den nächsten zwei bis vier Jahren notwendig. Die Kosten dafür liegen bei rund CHF 200’000. Allenfalls kommt ein Ersatz des Getriebes für rund CHF 100’000 hinzu.
- GUB I und GUB II. Die Konzessionen beider Bahnen laufen bald aus. Da sich die Anforderungen seit dem Bau der beiden Bahnen verändert haben, ist es gut möglich, dass Verstärkungen der Fundamente verlangt werden. Wir schätzen die Kosten dafür auf rund CHF 500’000. Bei der Seblen- und der Bächitalbahn wurden die Fundamente bereits verstärkt.
Insgesamt geht es um rund CHF 1.5 Mio. zusätzliches Kapital, das wegen der alten Infrastruktur finanziert werden müsste und in den Businessplänen bisher noch nicht berücksichtigt ist. Dieser Betrag ist deshalb beim Kaufangebot an Hauptaktionär Richi Bolt zu berücksichtigen.
Welche Chancen wir sehen
Es ist möglich und sogar sinnvoll, den Skibetrieb mit einem attraktiven Angebot weiterzuführen. Das gibt den Sportbahnen die Substanz für eine gut geplante Ausrichtung auf einen Ganzjahrestourismus mit skalierbaren Zusatzangeboten, die auch wetterunabhängig funktionieren. Der Klettersteig zeigt bereits, welches Potenzial darin steckt, und Ideen für weitere Angebote bestehen.
Mit Bruuwald zäme ist zudem ein breit abgestützter Weg möglich. Unser Ziel ist ein Ort, an dem sich Menschen in jeder Jahreszeit gerne aufhalten. In Braunwald entsteht eine Gemeinschaft, die verschiedene Angebote miteinander verbindet und auf ein wirtschaftlich tragfähiges Fundament stellt.
Bewertung der Sportbahnen Braunwald AG
Da der EBITDA seit 2020/21 durchgehend negativ ist, ist auch der Ertragswert der Sportbahnen Braunwald AG deutlich negativ. Eine Bewertung über die künftigen Erträge ergibt deshalb keinen sinnvollen Kaufpreis. Wir haben uns darum entschieden, das Anlagevermögen zu bewerten, also Bahnen, Liegenschaften, Land und Fahrzeuge, und davon den kurzfristig anstehenden Erneuerungsbedarf abzuziehen.
Darüber hinaus benötigt eine Übernahme in der aktuellen Situation Liquidität von mindestens CHF 500’000. Grund dafür ist der zu erwartende vorübergehende Einbruch bei den Mehrtagesgästen im Winter, wie er bei den Risiken beschrieben ist.
Unter Berücksichtigung dieser Gegebenheiten sehen wir einen Wert der Sportbahnen Braunwald AG von rund CHF 650’000. Gemäss unseren Annahmen besitzt Richi Bolt rund 46 % der Aktien. Ein Übernahmeangebot für seine Aktien liegt deshalb realistischerweise bei rund CHF 300’000. Voraussetzung dafür ist, dass der Hauptaktionär der Gesellschaft die Schulden erlässt und kurzfristige Verbindlichkeiten tilgt.
| A Anlagewerte | CHF | Bemerkung |
|---|---|---|
| Gumenbahn | 1’000’000 | Verkaufswert abzüglich Abbaukosten |
| GUB I | 200’000 | Verkaufswert abzüglich Abbaukosten |
| GUB II | 300’000 | Verkaufswert abzüglich Abbaukosten |
| Bächitalbahn | 200’000 | Verkaufswert abzüglich Abbaukosten |
| Seblenbahn | 200’000 | Verkaufswert abzüglich Abbaukosten |
| Mattwaldlift | 70’000 | |
| Grotzenbüel | 200’000 | inklusive Sanierungsbedarf |
| Seblenskibeiz | 50’000 | inklusive Sanierungsbedarf |
| Immobilien | 380’000 | |
| Fahrzeuge | 50’000 | |
| Total Anlagewerte | 2’650’000 | |
| B Anstehender Erneuerungsbedarf | ||
| Klemmenersatz Gumenbahn | −700’000 | nahezu 40’000 Betriebsstunden |
| Seilersatz Seblenbahn | −200’000 | Seil seit 1989 in Betrieb |
| Getriebe Seblenbahn | −100’000 | |
| Konzessionserneuerung GUB I und GUB II | −500’000 | Verstärkung der Fundamente gemäss neuen Normen |
| Total Erneuerungsbedarf | −1’500’000 | |
| C Netto-Anlagewert (A minus B) | 1’150’000 | |
| Liquiditätsbedarf | −500’000 | verbleibt in der Gesellschaft |
| Wert der Sportbahnen Braunwald AG | 650’000 | |
| Anteil Richi Bolt (Annahme 46 %) | rund 300’000 | Bedingung ist der Erlass der Schulden der Gesellschaft von knapp CHF 4 Mio. und die Tilgung der kurzfristigen Verbindlichkeiten. |
Werte in CHF, gerundet. Es handelt sich um Schätzungen ohne Gewähr. Die Aufstellung dient als Gesprächsgrundlage und stellt kein verbindliches Angebot dar.
Wie es weitergeht
Wir sind zuversichtlich, dass mit einer neuen Trägerschaft ein tragfähiger Betrieb mit einem attraktiven Angebot möglich ist. Dieser soll mindestens so lange gesichert sein, bis eine konkrete Ausrichtung für Braunwald und die Sportbahnen erarbeitet und breit abgestimmt ist. Diese breite Abstützung wollen wir gemeinsam aufbauen.
Als Nächstes suchen wir das Gespräch mit Hauptaktionär Richi Bolt. Unser Ziel ist eine faire Lösung, die den Weg für eine gemeinsame, breit abgestützte Zukunft öffnet. Uns ist wichtig, dass auch viele Kleinaktionärinnen und Kleinaktionäre aus Bruuwald zäme dazugehören und künftig gemeinsam mitreden können. Die Umfragen haben eine grosse Bereitschaft zur Mitfinanzierung gezeigt, wofür wir euch herzlich danken.
Die Sportbahnen sind uns wichtig und für das Dorf zentral. Klar ist aber auch, dass wir nicht bereit sein sollten, mehr als CHF 300’000 für die Aktien von Hauptaktionär Richi Bolt zu bezahlen. Es ist nicht die Aufgabe einer neuen Trägerschaft, die Schulden aus den hohen Verlusten der Vergangenheit zu tilgen. Wenn die Sportbahnen Braunwald AG in Zukunft wieder erfolgreich werden sollen, soll das Geld der Mitträgerinnen und Mitträger in die zukünftige Ausrichtung fliessen. Wir sind für eine Ablösung des Hauptaktionärs zu einem fairen Preis bereit. Wir sind aber klar der Meinung, dass wir uns nicht unter Druck setzen lassen sollten, um einen Abschluss um jeden Preis zu erreichen.
Was wir von euch brauchen: Haltet euch bereit. Sobald die Gespräche konkret werden, melden wir uns mit den nächsten Schritten und zeigen auf, wie ihr euch beteiligen könnt. Das kann eine finanzielle Beteiligung sein. Wir denken aber auch an die mehr als 300 Personen, die in der Umfrage angegeben haben, dass sie eigene Arbeitsleistung in ein neues Konzept einbringen würden. Fragen und Hinweise sind jederzeit willkommen.
Legen wir los und erfinden Braunwald gemeinsam neu!
Herzliche Grüsse
Bruuwald zäme